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Von der Buchhaltung zur Cashflow-Steuerung: So nutzen KMU ihre Buchungsdaten für die Liquiditätsplanung

10.3.2026

Die meisten KMU haben die Daten für eine gute Liquiditätsplanung bereits — in ihrer Buchhaltungssoftware. Das Problem: Die Daten werden für Steuererklärungen genutzt, nicht für Finanzsteuerung. Das lässt sich ändern.

Welche Buchungsdaten für die Liquiditätsplanung relevant sind

Aus der Debitorenbuchhaltung

  • Offene Forderungen: Wer schuldet Ihnen wie viel? Seit wann?
  • Zahlungshistorie: Wie schnell zahlt jeder Kunde im Durchschnitt? (→ DSO pro Kunde)
  • Forderungsaltersstruktur: Wie viel ist 30, 60, 90+ Tage überfällig?

Aus der Kreditorenbuchhaltung

  • Offene Verbindlichkeiten: Was müssen Sie wann bezahlen?
  • Zahlungskalender: Welche Rechnungen werden in den nächsten Wochen fällig?
  • Skonto-Möglichkeiten: Welche Rechnungen haben Skontofristen?

Aus dem Bankkonto

  • Kontobewegungen: Tatsächliche Ein- und Auszahlungen
  • Saldenentwicklung: Wie hat sich der Kontostand entwickelt?
  • Regelmäßige Zahlungen: Welche Muster sind erkennbar?

Der Workflow: Buchhaltung → Liquiditätsplanung

Schritt 1: Wöchentlicher Datenexport

Exportieren Sie jeden Montag:

  • OP-Liste Debitoren und Kreditoren
  • Bankbewegungen der letzten Woche
  • Aktuelle Summen- und Saldenliste

Schritt 2: Daten in Liquiditätsplan übertragen

Übertragen Sie die Ist-Daten in Ihre Excel-Vorlage oder Google Sheets-Planung:

  • Ist-Spalten aktualisieren
  • Plan-Ist-Abweichungen analysieren
  • Prognose für die nächsten Wochen anpassen

Schritt 3: Analyse und Entscheidung

Welche Fragen können Sie jetzt beantworten?

  • Reicht die Liquidität für die nächsten 4 Wochen?
  • Gibt es überfällige Forderungen, die sofort gemahnt werden müssen?
  • Welche Rechnungen können noch mit Skonto bezahlt werden?
  • Müssen Zahlungsziele nachverhandelt werden?

Automatisierung: Von manuell zu automatisch

Der manuelle Workflow ist der Start — mittelfristig sollten Sie automatisieren:

  • Stufe 1: Automatischer CSV-Export aus Buchhaltung + manueller Import in Sheets
  • Stufe 2: API-Anbindung zwischen Buchhaltung und Planungstool
  • Stufe 3: Vollständig automatisiertes KPI-Dashboard mit Echtzeit-Daten

Kennzahlen, die Sie aus Buchungsdaten ableiten

KennzahlFormelDatenquelle
DSOOffene Forderungen ÷ Umsatz × 365Debitorenliste
DPOOffene Verbindlichkeiten ÷ Einkauf × 365Kreditorenliste
Cash Conversion CycleDSO + DIO − DPODebitoren + Kreditoren + Lager
Quick Ratio(Cash + Forderungen) ÷ kurzfr. VerbindlichkeitenSaldenliste

Lesen Sie mehr zu diesen Liquiditätskennzahlen und ihrer Interpretation.

Fazit

Ihre Buchhaltung ist eine Goldmine für die Liquiditätsplanung — nutzen Sie sie. Der wöchentliche Workflow dauert 30–60 Minuten und gibt Ihnen den Überblick, den Sie für sichere Finanzentscheidungen brauchen.

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