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Buchhaltungssoftware mit Cashflow-Funktionen im Vergleich

10.3.2026

Viele Unternehmen nutzen bereits eine Buchhaltungssoftware — und fragen sich, ob diese nicht auch für die Cashflow-Steuerung ausreicht. Die Antwort: Teilweise ja, aber mit Einschränkungen. Moderne Cloud-Buchhaltungslösungen bieten zunehmend Cashflow-Dashboards und Liquiditätsübersichten. Für eine echte Liquiditätsplanung mit Prognosen und Szenarien brauchen Sie allerdings in den meisten Fällen eine ergänzende Lösung. Wir vergleichen die fünf populärsten Buchhaltungstools im DACH-Raum hinsichtlich ihrer Cashflow-Funktionen.

1. Lexoffice (Haufe) — Der Alleskönner für KMU

Lexoffice von der Haufe Group ist die meistgenutzte Cloud-Buchhaltungssoftware in Deutschland. In den höheren Tarifen bietet Lexoffice eine Cashflow-Übersicht, die Ein- und Auszahlungen grafisch darstellt und einen Ausblick auf die nächsten Wochen gibt.

Cashflow-Features:

  • Grafische Cashflow-Übersicht mit Tages- und Monatssicht.
  • Automatischer Bankabgleich mit über 4.000 Banken (via FinAPI).
  • Offene-Posten-Liste: Fällige Forderungen und Verbindlichkeiten auf einen Blick.
  • Automatische Zahlungserinnerungen und Mahnungen.

Preis: Ab 7,90 €/Monat (Buchhaltung & Berichte), Cashflow-Übersicht ab Tarif „XL“ (19,90 €/Monat). API: Ja (REST-API für Drittanbieter-Integration).

2. sevdesk — Dashboard mit Cashflow-Fokus

sevdesk aus Offenburg bietet ein modernes Dashboard, das den aktuellen Cashflow prominent anzeigt. Die Software richtet sich an Freelancer, Gründer und kleine Unternehmen und punktet mit einer besonders intuitiven Benutzeroberfläche.

Cashflow-Features:

  • Dashboard mit Einnahmen-Ausgaben-Übersicht und Cashflow-Trend.
  • Bankanbindung über FinAPI (über 4.000 Banken).
  • Automatische Kategorisierung von Transaktionen.
  • Offene Rechnungen mit Fälligkeitsdatum und Mahnwesen.

Preis: Ab 8,90 €/Monat (Rechnung), Cashflow-Dashboard ab Tarif „Buchhaltung“ (17,90 €/Monat). API: Ja (umfangreiche REST-API).

3. DATEV Unternehmen online — Der Steuerberater-Standard

DATEV ist der De-facto-Standard in der Zusammenarbeit mit Steuerberatern in Deutschland. DATEV Unternehmen online bietet umfassende Buchhaltungsfunktionen und über den zugehörigen Steuerberater-Zugang auch detaillierte betriebswirtschaftliche Auswertungen (BWA), die Cashflow-Informationen enthalten.

Cashflow-Features:

  • BWA mit Cashflow-Kennzahlen (über Steuerberater-Auswertung).
  • Umfangreiche Bankanbindung: DATEV unterstützt praktisch alle deutschen Banken.
  • Integration mit DATEV-Kanzleisoftware für vollständige Finanzanalysen.
  • Cashflow-Auswertung als Teil der monatlichen BWA.

Preis: Ab ca. 30 €/Monat (nur in Kombination mit Steuerberater nutzbar, Gesamtkosten höher). API: DATEV Connect Online (DATEVconnect) für autorisierte Partner.

4. BuchhaltungsButler — Automatisierung als Stärke

BuchhaltungsButler setzt auf maximale Automatisierung: KI-gestützte Belegzuordnung, automatische Kontierung und regelbasierte Kategorisierung. Das spart Zeit bei der Buchführung und sorgt dafür, dass die Cashflow-Daten stets aktuell sind.

Cashflow-Features:

  • Automatische Kategorisierung aller Bankbewegungen per KI.
  • Cashflow-Übersicht mit Filtermöglichkeiten nach Kategorie und Zeitraum.
  • Multi-Banking: Alle Konten in einer Übersicht.
  • Regelbasierte Buchungsvorlagen für wiederkehrende Transaktionen.

Preis: Ab 24,95 €/Monat. API: Ja (REST-API).

5. FastBill — Einfach und schnell

FastBill richtet sich an Freelancer und Kleinunternehmen, die eine unkomplizierte Buchhaltung suchen. Die Cashflow-Funktionen sind bewusst einfach gehalten — dafür ist der Einstieg in Minuten erledigt.

Cashflow-Features:

  • Einnahmen-Ausgaben-Übersicht auf dem Dashboard.
  • Bankanbindung für automatischen Transaktionsimport.
  • Offene-Posten-Übersicht mit Fälligkeitsanzeige.
  • Einfache Umsatzsteuer-Voranmeldung.

Preis: Ab 9 €/Monat. API: Ja (REST-API).

Vergleichstabelle: Cashflow-Features

FeatureLexofficesevdeskDATEVBBFastBill
Cashflow-DashboardJaJaVia BWAJaBasis
Bankanbindung4.000+4.000+Alle DE4.000+Ja
Auto-KategorisierungJaJaVia StBKI-basiertBasis
SzenarioplanungNeinNeinNeinNeinNein
APIRESTRESTConnectRESTREST
Preis ab7,90 €8,90 €~30 €24,95 €9 €

Grenzen der Buchhaltungssoftware vs. dedizierte Liquiditätstools

Die Vergleichstabelle zeigt ein klares Muster: Keine der fünf Buchhaltungslösungen bietet Szenarioplanung. Das ist kein Zufall — Buchhaltungssoftware blickt naturgemäß in die Vergangenheit (Was ist passiert?), während Liquiditätsplanung in die Zukunft schaut (Was wird passieren?).

Konkret fehlen in Buchhaltungssoftware typischerweise:

  • Cashflow-Prognosen: Automatische Vorhersage künftiger Zahlungsströme basierend auf historischen Daten.
  • Szenarioplanung: Was passiert, wenn ein Großkunde 30 Tage später zahlt? Wenn die Materialkosten um 20 % steigen?
  • Runway-Berechnung: Wie lange reicht unsere Liquidität bei aktuellem Burn-Rate?
  • Multi-Entity-Konsolidierung: Gesamtliquidität über mehrere Gesellschaften hinweg.

Empfehlung: Nutzen Sie Ihre Buchhaltungssoftware als Datenquelle und verbinden Sie sie über die API mit einem dedizierten Liquiditätstool. Lexoffice + Agicap oder sevdesk + Commitly sind bewährte Kombinationen, die das Beste aus beiden Welten vereinen.

Praxis-Tipp: So wählen Sie die richtige Lösung

Die Entscheidung zwischen Buchhaltungssoftware mit Cashflow-Features und einem dedizierten Liquiditätstool hängt von Ihrem Planungshorizont ab:

  • Rückblick (Was ist passiert?): Ihre Buchhaltungssoftware reicht aus. Lexoffice, sevdesk und BuchhaltungsButler zeigen Ihnen zuverlässig, wie sich Ihre Liquidität in der Vergangenheit entwickelt hat.
  • Statusüberblick (Wo stehen wir heute?): Auch hier genügt die Buchhaltungssoftware. Aktuelle Kontostände, offene Posten und fällige Verbindlichkeiten sind in allen fünf Tools verfügbar.
  • Vorausschau (Was wird passieren?): Hier brauchen Sie ein dediziertes Liquiditätstool. Prognosen, Szenarien und Runway-Berechnungen bietet keine der getesteten Buchhaltungslösungen.

Für viele kleine Unternehmen ist die Kombination aus Buchhaltungssoftware und einer einfachen Excel- oder Google-Sheets-Planung ein pragmatischer Mittelweg. Erst wenn die manuelle Pflege zu zeitaufwändig wird oder Sie regelmäßig Szenarien durchspielen müssen, lohnt sich die Investition in ein spezialisiertes Tool. Achten Sie bei der Auswahl darauf, dass beide Systeme über eine API verbunden werden können — so vermeiden Sie doppelte Dateneingabe und reduzieren Fehlerquellen.

Ein weiterer Aspekt, der oft übersehen wird: Die Qualität der Kategorisierung. Ob eine Transaktion als Materialkosten, Personalkosten oder sonstige Ausgabe erfasst wird, bestimmt die Aussagekraft Ihres Cashflow-Reports. Buchhaltungssoftware mit KI-gestützter Zuordnung (wie BuchhaltungsButler) liefert hier deutlich bessere Ergebnisse als Tools mit rein manueller Zuordnung. Prüfen Sie bei der Testphase, wie viele Transaktionen automatisch korrekt kategorisiert werden — eine Quote von über 80 % spart Ihnen erheblichen manuellen Aufwand.

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