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Fundraising und Liquiditätsplanung: So steuern Sie beide Prozesse parallel

Liquiditätsplaner11.3.2026·2 Min. Lesezeit

Fundraising ist ein Liquiditätsrisiko: Es dauert länger als geplant, lenkt das Management ab und generiert keinen Umsatz. Wer Fundraising-Timing und Liquiditätsplanung nicht parallel steuert, riskiert den gefährlichsten Moment — kein Geld mehr, bevor der Deal abgeschlossen ist.

Typische Timeline: Was Fundraising wirklich dauert

PhaseDauerCashflow-Effekt
Vorbereitung (Deck, Datenraum)4–6 WochenIntern: Managementzeit gebunden
Investorenansprache & Pitches6–10 WochenReisekosten, weniger Fokus auf Vertrieb
Due Diligence & Verhandlung4–8 WochenAnwaltskosten (10.000–50.000 €)
Notarisierung & Mittelzufluss2–4 WochenCash kommt endlich an
Gesamt4–7 Monate

Faustregel: Planen Sie immer mit der langen Variante. Ein Deal, der „fast fertig" ist, kann noch 8 Wochen dauern.

Liquiditätsplanung während des Fundraisings

Szenario 1: Deal schließt planmäßig

Base Case — die Runde schließt im erwarteten Zeitraum. Ihr Runway reicht bis dahin.

Szenario 2: Deal verzögert sich um 2 Monate

Realistisches Szenario. Welche Kosten können Sie in dieser Zeit reduzieren? Gibt es Bridge-Optionen?

Szenario 3: Deal platzt

Worst Case. Was dann? Plan B (anderer Investor, Revenue-Based Financing, drastische Kostensenkung) muss vorab existieren.

Führen Sie alle drei Szenarien in Ihrer 13-Wochen-Liquiditätsplanung parallel.

Kostenfallen im Fundraising

  • Anwaltskosten: 10.000–50.000 € für Term Sheet, SHA, Notarisierung
  • Reisekosten: Pitches vor Ort, Investorentreffen
  • Opportunitätskosten: CEO verbringt 50–70 % der Zeit mit Fundraising statt Vertrieb
  • Steuerberatung: Beteiligungsstruktur, ESOP, Bewertung

Diese Kosten müssen in die Cashflow-Prognose — sie werden regelmäßig vergessen.

Bridge-Strategien für den Notfall

Wenn der Runway während des Fundraisings kritisch wird:

  • Wandeldarlehen von bestehenden Investoren: Schnell, wenig Verhandlung
  • Revenue-Based Financing: Rückzahlung als Umsatzanteil, kein Equity-Verlust
  • KfW/Bürgschaftsbank: Dauert länger, aber günstige Konditionen
  • Drastische Kostensenkung: Nur als letzte Option — schadet dem Fundraising-Narrativ

Tipps für die parallele Steuerung

  • Fundraising-Start mindestens 6 Monate vor Runway-Ende
  • Wöchentliches Cashflow-Update während der Fundraising-Phase
  • Anwaltskosten im Budget vorab allokieren (25.000 € als Puffer)
  • Plan B definieren, bevor Sie Plan A starten
  • Team über Timeline informieren — Unsicherheit ist besser als Überraschung

Integrieren Sie das Fundraising in Ihre reguläre Cashflow-Prognose und nutzen Sie Szenarioplanung, um alle Eventualitäten abzudecken.

Fazit

Fundraising ist ein Liquiditätsrisiko, das aktiv gemanagt werden muss. Starten Sie früh genug, planen Sie mit Verzögerungen und haben Sie immer einen Plan B in der Schublade.

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